3 Leben

Es wächst mir über den Kopf, entgleitet meinen Händen. Ich sitze zwischen den Stühlen und fühle mich, als lebte ich das Leben von 3 Menschen gleichzeitig, mit all ihren Sorgen und Ängsten, und irgendwo zwischendrin versuche ich, mein eigenes kleines Glück zu bauen. Die Verantwortung wird mir zu viel. Ich komme mir ziemlich verkorkst vor, will viel lieber neu anfangen als den Rest auszubaden. 

3 Leben sind zu viele, ich schaffe doch nicht einmal mein eigenes. Will immer stark sein, alles schaffen und zerbreche an mir selbst. Kann keine Stütze sein, wenn ich selbst ins Straucheln gerate. Kann nicht helfen, wenn ich selbst hilflos bin. Jeder Tag verrinnt schneller, macht alles schlimmer, das Glitzern auf der Haut will nicht trocknen. 

Warte immerzu auf die große Idee, das große Ganze, was allem seinen Sinn gibt. Kann es selbst nicht greifen. Jeder Tag verletzt ein bisschen mehr. Die Last von 3 Menschen auf mir droht mich zu ersticken. Es sind lange schon keine Päckchen mehr. Solche Pakete sind für den stärksten Postboten zu viel. Das Atmen fällt mir schwerer, meine Kraft reicht gerade so für mich allein. Will endlich aufatmen, tief Luft holen und meine Lungen füllen. Doch es ist nicht genug für 3 Leben.


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