Ich gehör' hier nicht hin

Ich sitze abseits, nur für mich. Beobachte, schaue zu. Ernte mitleidige Blicke. Kann nicht loslassen, denke zu viel nach. Überlege, ob das jemals anders war, ob ich mich verändert habe. Oder eben nicht? Fühle mich als unbeteiligter Dritter. Meine Geschichte erzähle ich auktorial. Ich schaue nur zu, bin nicht Teil von ihr. Mir kommt es vor als könnte ich die Gedanken auf ihrer Stirn lesen. Mein Blick ist starr, schaue auf all das, was ich gern hätte und glaube nicht daran, es jemals zu bekommen. Jeden Moment kann mir mein Leben entgleiten, bin nicht mehr Herr meiner Sinne, stehe außerhalb. Kann die Hände nicht ergreifen, die mir gereicht werden. Ich will schreien, aus voller Kehle, doch ich schaffe nicht einmal, meine Lippen zu bewegen. Will losrennen, doch meine Beine tragen mich nicht. Bin wehrlos ausgesetzt.

Ich fühle mich anders, als hätte ich eine andere Art, nachzudenken. Als würde keiner die Welt so sehen wie ich. Vielleicht gab es irgendwann einen Punkt, an dem sich alles anders entwickelt hat, als es für mich vorgesehen war. Ich will eingreifen, will die Kontrolle, aber kann nichts tun. Also verstecke ich mich hinter meiner Tarnung, um nicht aufzufallen. Wenn ich lang genug so tue, als ob, vielleicht wird es dann irgendwann Realität.

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