I don't give a fuck

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie es war, als Kind sagen zu können, was man will. Kindermund tut Wahrheit kund. Und was man in dem Alter so von sich gibt, ist zwar meistens genau das, was auch die Erwachsenen denken, aber eben niemals sagen würden. Als Kind tut man das trotzdem und es nimmt einem Keiner übel. 

Ich finde es manchmal sehr anstrengend, wenn man überlegen muss, was man sagen kann, und was nicht. Welche Themen man ansprechen kann und über was man besser schweigt. Natürlich zeugt es nicht von sonderlicher Einfühlsamkeit, jeden Gedanken laut auszusprechen und bestätigt auch nicht unbedingt die sozialen Kompetenzen. Ich wünsche mir von meinem Gegenüber aber trotzdem Offenheit, wenn ich Fehler mache und eine ehrliche Meinung, wenn ich nach einer solchen frage. 

Ein gezwungenes Lächeln und Nicken erspart vielleicht eine Diskussion, aber nicht die Enttäuschung, wenn man am Ende doch erfährt, dass mein Gegenüber nicht ehrlich zu mir war. Lieber Kritik äußern als Drum-herum-reden? Ist nicht immer angenehm, aber aufrichtiger und letztendlich auch hilfreicher für eine Freundschaft oder eine Beziehung. Ich möchte niemanden, der mir das erzählt, was er denkt was ich hören will. An einer berechtigten und ehrlichen Kritik kann man wachsen und an sich arbeiten. 

Ich will ehrliche Meinungen hören und meine sagen können. Dass mir viele Dinge egal sind. Aber viele auch nicht. 


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